Manchmal werde ich gefragt, wie ich an meine Models komme. Früher trieb ich mich auf Plattformen wie „Model-Kartei“ herum. Sicherlich eine gute Anlaufstelle. Für mich persönlich ist das jedoch nichts. Wie ich schon beschrieben habe, war mein erstes Model eine gute Arbeitskollegin (nachzulesen hier: „1. Aktshooting„). Danach ging es mit Mundpropaganda weiter; ich wurde von Freundinnen der Models, die die Fotos gesehen haben, angerufen oder per WhattsApp angeschrieben. Ich begann, auf Facebook zu posten. Da gingen die Fotos jedoch unter. Dann entdeckte ich Instagram, eine Plattform nur für Fotos. Nach und nach erweiterte ich meinen Bekanntenkreis. Mittlerweile schreiben mich zu fast 100% der Models darüber an. Wenn dich die Seite interessiert: Baltruschphoto_Bodyart
Dort hat mich auch Mel kontaktiert. Schnell waren Ideen ausgetauscht, ein Termin wurde gemacht, und eines Tages stand ich bei ihr vor der Tür. Wir gingen in die Küche, setzten uns am Tisch und fingen bei einer guten Tasse Kaffee an zu quatschen. Das ist, wie ich finde, sehr wichtig! Man lernt sich besser kennen, baut Nervosität ab (auf beiden Seiten!). Mit der Tasse in der Hand gingen wir durch die Wohnung, ich schaute mir die potentiellen Fotospots an. Wie ist das Licht? Habe ich genug Platz, um ein Teleobjektiv zu benutzen? Langsam kam ich in den Fotografenmodus.
Wir entschieden uns, zuerst in der Küche zu bleiben. Das Licht fiel durch große Fenster. Starke Kontraste, schwer zu handeln. Aber mal gucken. Mel zog sich bis auf den Slip aus. Da konnte ich ihre Tattoos bewundern. Auch wenn ich selber keine habe, finde ich sie klasse.
Dann stellte sie sich direkt ins Licht, lehnte sich etwas an, hielt ihre Kaffeetasse und strahlte in den Sonnenschein:

Ich zeigte ihr das Bild, wir beide schauten uns an und waren begeistert. RRRRUMMS… das Geschirr in der Küche klirrte. Das war mein Riesenstein, der mir vom Herzen fiel. Bis dahin bin ich immer noch etwas verkrampft. Sobald jedoch das Model die ersten Fotos gut findet, sind bei mir die Dämme gebrochen, und ich freue mich wie ein kleines Kind. Schnell wurden weitere Fotos gemacht, zwischendurch einige kleine Filmaufnahmen für meine Stories bei Instagram.
Wir gingen in den Flur. Da stand ein Bücherregal, das Licht war spärlich. Aber ich hatte Bilder im Kopf, wollte das unbedingt als Location haben. Mel stellte sich vor dem Regal, ich versuchte verschiedene Positionen. Dabei brabbelte ich etwas Technisches vor mich hin, während ich versuchte, die Lichtverhältnisse zu handeln. Okay, es passte alles. Doch so ganz zufrieden war ich noch nicht. Ich bat Mel, nun auch ihren Slip auszuziehen. Schwupps, war er weg. Die gleichen Posen, die gleichen Perspektiven. Jetzt war ich zufrieden.


Dann ging es ins Schlafzimmer. Auch da fiel das Licht durch ein Fenster. Allerdings war es kleiner, und es hang etwas davor. Das machte das Licht weicher. Sehr schön. Ich positionierte Mel aufs Bett, und es wurden eine Reihe von Aufnahmen gemacht.



Wir hatten sehr viel Spaß. Die Zeit verflog im Nu. Nun wollten wir ins Wohnzimmer gehen. Als wir so durch den kleinen Flur gingen, Mel war nackt vor mir, bat ich sie plötzlich stehenzubleiben. Von links kam Licht, das ihren Körper umschmeichelte. Das musste ich fotografisch festhalten.

So war es oft. Viele Fotos habe ich auch in Kaffeepausen gemacht, oder in Momenten, in denen ich die Kamera weggelegt habe, um ein wenig zu quatschen. Das Model ist dann oft lockerer, denkt nicht über Posen oder sonstiges nach, so dass eine ganz natürliche Atmosphäre entsteht. Ich kann jedoch nicht anders, sehe plötzlich diesen Gesichtsausdruck, die Haltung des Kopfes oder Arme. Langsam greife ich dann wieder zur Kamera und das nächste Bild entsteht. Hier war es jetzt der Gang durch den Flur ins Wohnzimmer.
Dort angekommen, stellte ich erstmal einige Möbelstücke um. Ich wollte Mel beim Buchlesen fotografieren. Für mich ist es sehr erotisch, wenn der Betrachter in einer gewohnten Alltagssituation plötzlich mit Nacktheit konfrontiert wird: nackte Frau beim Kaffeetrinken in der Küche, beim Sport, oder wie hier beim Lesen.
Das Licht fiel durch die hohen Fenster, perfekt. Kleinigkeiten wurden noch zurechtgerückt, dann setzte sich Mel in den Stuhl. Wie die Beine? Wie das Buch halten? Ihre Idee: eine Brille. Meine Idee: in den Mund nehmen.

Dann brauchten wir etwas Pause. Wir verzogen uns wieder in die Küche, der nächste Kaffee wartete. So gestärkt ging es wieder zurück ins Wohnzimmer. Ich wollte das weiche Licht dort ausnutzen.



Dann war die Zeit um. Glücklich und zufrieden sanken wir aufs Sofa, schauten uns die Bilder in der Kamera an. Am Ende noch das obligatorische Selfie:

Ich denke manchmal daran, in einigen Jahren, wenn ich das nächste Lebensjahrzehnt betrete, mit der Aktfotografie aufzuhören. Doch dann erinnere ich mich an solche Shootings und denke… Nein!






















