Der August war heiß. Vor mir lag eine Strecke von knapp 200 Kilometer bis nach Hessen, denn dort befand sich das Schloß Rothestein. Die Autobahn war recht leer, die Zeit und die Kilometer schmolzen dahin. Bei meinem ersten Ladestopp gönnte ich meinem Auto Strom und mir einen Kaffee mit Brötchen. Dabei kam ich mit einem anderen E-Autofahrer ins Gespräch, lud er doch das neueste Model neben mir.


Danach ging es zügig weiter. Die letzten hundert Meter führten mich durch einen bewaldeten Serpentinweg empor zu einem Parkplatz direkt vor dem Schloß.


Nach und nach trudelten immer mehr ein, Anne war direkt hinter mir, wir begrüßten uns. Dann ging es zum Eingangstor, wo alle schon auf den Einlaß warteten.


Das Tor öffnete sich, wir strömten mehr oder weniger vollbepackt (die Models mit ihren Klamotten, die Fotografen mit Equipment) hinein. Vor dem Eingang zum eigentlichen Shooting Location gab es noch einige Worte vom Veranstalter, während wir alle schon mit den Füßen scharrten, um endlich hineinzukommen.


Nach gefühlten endlosen Minuten war es dann endlich soweit, wir betraten den Eingangbereich.




Direkt an der Kopfseite eine Treppe, dahinter eine riesige bunte Glaswand mit verschiedenen Motiven. Was für ein Blickfang.

Auf der rechten Seite ging es in zwei angrenzenden Räume, wo wir unsere Taschen ablegen und die Models sich schminken lassen konnten.





Während Anne geschminkt wurde, schlenderte ich zurück in den Flur, wo mittlerweile ein Shootingsset aufgebaut wurde. Dort sollte ein Model an einer Stange vor der großen Treppe mit der fantastischen Glaswand abgelichtet werden.



Wie es sich später herausstellte, kam diese Idee fotografisch aber nicht so gut rüber, so dass die beiden das Ganze dann vor dem Haupteingang des Schloßes wiederholten. Dort wirkte es absolut besser.
Mittlerweile war Anne fertig. Sie war gar nicht wiederzuerkennen. Was für ein Unterschied! Ich half ihr noch in ihre Ledercorsage, was gar nicht so einfach war… so viel Geschnüre.
Dann gingen wir in den Raum auf der anderen Seite des Flures, dieser war noch nicht belegt. Anne stellte sich an eins der großen Fenster mit den langen Vorhängen. Wir begannen unser Shooting…





Andere kamen hinzu. Da der Raum groß genug war, kamen wir uns eigentlich nicht in die Quere. Diese hier fotografierten Szenen im Harry-Potter-Style.
Inzwischen waren fast alle Locations von Fotografen und deren Models in Beschlag genommen worden. Wärend in diesem Raum die Fenster, wo wir als erstes waren, besetzt wurden, nahmen Anne und ich den großen Tisch vor, der mitten im Raum stand.



Danach ging es zurück in die große Vorhalle, wollten wir doch auch da diese Treppe mit der Glaswand nutzen. Wir mussten warten, weil noch andere gerade am Shooten waren.



Dann waren wir dran. Die Glaswand durfte natürlich nicht fehlen, aber auch die Treppe selber, die oben noch um die Ecke ging, bot einen wunderbaren Spot.



Nun brauchten wir erstmal eine kleine Pause. Während wir uns draußen auf die Treppe setzten und uns stärkten, ließ ich die vergangenen Stunden Revue passieren und beobachtete die anderen, die hier ihre Shootings außerhalb weitermachten.





Die beiden mit der Stange waren auch wieder da. Und sie hatten recht, hier draußen mit dem Schloß im Hintergrund wirkten die Bilder besser.
Frisch gestärkt gingen wir wieder hinein, suchten noch weitere Räume auf, die sich über verwinkelte Treppen bis ganz nach oben im Turmbereich befanden.




Der Tag neigte sich dem Ende zu. Erschöpft aber zufrieden rafften wir unsere Klamotten zusammen. Um uns herum herrschte noch rege Betriebsamkeit. Models in verschiedenen Outfits liefen überall herum. Alle einten, ihre Kreativität freien Lauf zu lassen, sich gegenseitig zu unterstützten.
Ich liebe diese Momente!

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