Mit Nicole im Lostplace

September letzten Jahres. Der Sommer neigt sich dem Ende zu. Vorbereitungen für den Herbst fangen langsam an, ich stelle mich auf meinen jährlichen Irland-Urlaub im Oktober ein, und ja, Weihnachten ist ja dann auch nicht mehr weit. Es ist auch die Zeit, in der meine Shootings langsam weniger werden, da erreichte mich eine Nachricht von Nicole…

Ob ich denn Interresse an einem Shooting in einem Lost Place hätte. Nackte Frau? In einem runtergekommenen Lost Place? Hey, wie kann ich da „Nein“ sagen?

Ich holte sie von Zuhause ab, und wir fuhren zusammen zu einem benachbarten Industriegebiet. Dort quetschen wir uns durch eine sehr enge Stelle eines Abschirmzauns, das mir zeigte, dass ich noch ein paar Kilos abnehmen muss. Endlich durch, gingen wir in den wohl beeindruckendsten Teil dieses Gebäudes. Inmitten von herumliegendem Dreck, der unter unseren Füßen knirschte, eröffnete sich uns eine wunderbare Location. Eine freistehende Treppe, ein übergroßes Fensterpanorama, garniert von viel Grafitti. Ich fühlte mich sofort wohl…

Natürlich fingen wir hier an zu shooten. Doch zuerst hieß es, die richtigen Klamotten rauszusuchen.

Nicole entschied sich für so ein raffiniertes Teil. Ich kann es nicht beschreiben, seht selbst.

Ich arbeitete mit Weitwinkel, um ihre Beine noch länger zu machen, um führende Linien zu erstellen.

Dann ging es die Treppe herauf. Dort in einer Ecke fand ich den nächsten Spot. Hinter mir klaffte ein tiefer Abgrund, schließlich fehlte es hier an einer Absperrung. Mit der Kamera vor Augen, schätzte ich die Entfernung bis zum Rand, bewegte mich Zentimeter um Zentimeter weiter nach hinten. Das war Zuviel für Nicole. Zum einen ist sie nicht schwindelfrei, zum anderen dachte sie wohl, dass sie gleich nach Hause laufen müsse, weil ich mit gebrochenen Knochen eine Etage tiefer liege. Tapfer setzte sie aber immer wieder ihr Pokerface auf, verbannte die Angst aus ihren Augen, wenn es um das nächste Bild ging. Irgendwann erlöste ich sie aber dann von dieser Situation.

In den anliegenden Räumen machten wir noch Fotos mit diesem Outfit, bis sie sich dann etwas „züchtiger“ anzog. Das passte auch hervorragend zu dieser Location.

Natürlich darf aber Akt nicht zu kurz kommen.

Dann ging es weiter unten im Keller. Dort herrschte diffuses Dämmerlicht. Ich hatte wie immer meine kleine Blitzanlage dabei, doch die lag wohl verstaut im Kofferraum meines Wagens. Ich mag künstliches Licht nicht so. Ich arbeite sehr gerne mit Availible Light. Also rauf mit der Empfindlichkeit und los.

Auch da shooteten wir erst mit den „normalen“ Klamotten, bis sich Nicole langsam immer mehr entblätterte. Hach, ich liebe solche Shootings. Diese Kombination mit Dreck und nackter Haut.

Hier unten befand sich auch ein großer Raum, der unsere Kreativität weiter anfachte. Jetzt kamen auch andere Klamotten zum Einsatz.

Nach einer kleinen Zigarettenpause ging es nun in die andere Richtung, nämlich ganz nach oben, wo die tiefstehende Sonne die Räume in ein wunderbares Licht hüllte. Ich stehe ja auf LowKey, also den sehr sparsamen Einsatz von Licht. Schatten und somit Dunkelheit herrschen bei diesen Bilder vor. Doch hier war es nicht möglich. Also musste da Gegenteil her… richtig: HighKey. Mit anderen Worten: gaaaaanz viel Licht, keine Schatten.

Dann wurde es langsam kühler. Auch wenn eine Gänsehaut bei einem Model manchmal gut aussieht, muss man es ja nicht übertreiben. Unten im Hof lungerten auch einige Jungs herum, die immer verstohlen zu uns raufschauten. Denen war wohl klar, was hier oben so abging. Also beschlossen wir aufzuhören.

Also, besser kann ein Shootingjahr gar nicht enden.

Model: inked_teufelsgirl


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Mit Anne im Theater

Zumindest denken wir, dass es ein altes Theater war. Alles sprach dafür. Die große Freifläche, verschiedene Abgrenzungen und nicht zuletzt die Bühne auf der Kopfseite. Wie auch immer, uns gefiel es hier auf Anhieb.

Doch zuerst musste ich ja hin. Die Location befand sich in Köln. Anne hatte mich schon vor einiger Zeit gefragt, ob ich mich als Fotograf zur Verfügung stellen würde. Nach unserem letzten Shooting in einem Schloß (nachzulesen hier: Anne im Schloß), sagte ich sofort zu.

Ich stand schon sehr früh auf. Mit Hilfe einer kleinen Schlaftablette hatte ich die Nacht gut überstanden (vor Shootings bin ich immer so nervös, dass ich ohne Hilfe nicht schlafen kann). Unterwegs noch schnell eine kleine Stärkung und einen Kaffee.

Fotografenfrühstück on the road

Dort angekommen, wurde ich schon von Anne erwartet. In einem Hinterhof und über eine kleinen Treppe, erreichten wir die Location. Es war recht kühl dort. Kein Wunder, es war ja auch November. Wir nutzten zwar die kleinen Standheitzungen, diese brachten aber nicht viel. Egal. In einer Ecke gab es einen großen Tisch uns Sitzmöglichkeiten. Dort stand auch ein Radio, in dem ich entspannte Deluxe-Musik einstellte. Passend zu diesem Ambiente.

Im hinteren Bereich stand ein altes Klavier. Das ganze Arrangement drumherum faszinierte uns, so dass wir dort mit dem Shooting beginnen wollten.

Anne zog sich um, und schon fingen wir an.

Wie ich schon öfters erwähnt habe, vermeide ich das Blitzen. Das Licht vor Ort muss reichen. Auch wenn ich hier teilweise mit ISO 2500 gearbeitet habe. Ja, dann rauscht es etwas in den Bildern, aber das passte hier sogar.

Hinter dem Klavier war eine Holztreppe.

Das Licht vom Fenster nebenan ergab eine schöne Atmosphäre.

Hier entstanden dann die nächsten Bilder.

Danach zog es uns zum Kamin. Wenn dieser schon hier aufgebaut ist, müssen wir ihn natürlich nutzen.

Nun brauchten wir eine kleine Pause. Sie war aber wirklich klein, weil wir nur 3 Stunden Zeit hatten, bis die nächsten hier auf der Matte stehen.

Als nächstes wollten wir dieses… Sofa (hat einen anderen, französischen Namen, den ich mir aber nicht merken kann) ausprobieren.

Zu diesen Zweck schob ich ihn vor dem Spiegel. Diesen Hintergrund fand ich interessanter als die eintönige Wand.

Dann hieß es, den richtigen Winkel und Fokuspunkt finden.

Direkt daneben war eine Spielwiese mit vielen Weihnachtssachen. Wie schon geschrieben, hatten wir November, und Weihnachten war nicht mehr so weit entfernt. Was lag also näher, dieses auszunutzen. Anne zog lange rote Wollsocken an. Das passte…

Die Zeit flog nur so dahin. Wir gönnten uns nun kaum noch eine Pause. Während Anne sich das nächste Outfit anzog, räumte ich die Accessoires von einer Ecke in die andere. Wenn ich überlege, wieviele Anfragen ich (hauptsächlich von männlichen) Followern bekomme, die gerne bei einem solchen Shooting dabei sein möchten, fand ich den Gedanken nun gar nicht mehr so abwegig. So ein Assistent hat doch was. Und wenn dieser sogar noch dafür bezahlt, drückt das auch noch unsere Kosten. Vielleicht mal eine Überlegung wert…

Nun kamen wir an der Bühne an. Das Licht schwand langsam, so dass wir uns etwas beeilen mussten.

Hinter der Bühne stand ein Bett. Es war mittlerweile recht schummrig geworden. Das Bett mit der maroden Wand im Hintergrund… das weckte in mir mein Faible fürs Melancholische.

Doch nun näherten wir uns langsam dem Ende des Shootings zu. Wir räumten noch schnell alles auf, und schon waren die drei Stunden rum.

Vielen Dank an Anne, die wieder eine fantastische Location gefunden hat. Shootings mit dir machen einfach nur Spaß.

Anne auf Instagram:

curvy_dilja_anne


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